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Dies Academicus 2019 – Höhepunkt des akademischen Jahres auf dem Campus

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Autor und Internet-Unternehmer Sascha Lobo während seines Festvortrags.

Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 149/2019 vom 22. November 2019

Mit einem Dies Academicus feierte die Universität Bayreuth gestern am 21. November 2019 ihren 44. Geburtstag. Die öffentliche Festveranstaltung zieht in jedem Jahr zahlreiche Studierende, Beschäftigte, Freunde und Förderer der Universität sowie Bürgerinnen und Bürger ins Audimax. Eine Rückschau auf das vergangene akademische Jahr und einen Ausblick auf kommende Projekte gab Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible. Der Festvortrag, in diesem Jahr von Autor und Internet-Unternehmer Sascha Lobo gehalten, thematisierte die ‚Digitalisierung der Universitäten – und wie das Netz die Welt verändert‘.


Ansprache von Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leibe

Rückschau und Ausblick – aus der Ansprache des Universitätspräsidenten

Rund 13.350 Studierende, davon 34 Prozent aus anderen Bundesländern und 13 Prozent aus dem Ausland, beleben den einzigartigen Bayreuther Universitätscampus. Damit die Universität auch in Zukunft Studierende aus dem In- und Ausland so erfolgreich anziehen kann, erweitern zum Wintersemester 2019/20 zwei neue Bachelor, vier neue Master sowie ein weiterbildender Master das breite Spektrum der häufig fächerübergreifenden Bayreuther Studiengänge.

Als Projekte, die insbesondere die Studierenden, aber auch alle anderen Universitätsangehörigen weiterhin begleiten werden, bezeichnete Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible in seiner Ansprache das Thema Nachhaltigkeit: In Zusammenarbeit mit dem Team von GreenCampus, dem AK Nachhaltigkeit und dem Studierendenparlament werde eine universitätsweite Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und verankert, ein Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten ausgelobt, der 2019 erstmals vergeben wurde, und ganz konkrete Maßnahmen umgesetzt, wie bspw. gemeinsam mit dem Studentenwerk Oberfranken das Kaffeebecher-Mehrwegsystem oder auch die sog. Rad-Box.

Auch 2019 hat die Universität Bayreuth zahlreiche neue Projekte erfolgreich umgesetzt und die bestehenden weiter ausgebaut. „Der Aufbau unseres Exzellenzclusters ‚Africa Multiple‘ geht mit großen Schritten voran.“ Ein Highlight, so Leible, sei zweifellos die Eröffnungstagung mit Vertretern der vier neuen African Cluster Centres gewesen – der Startschuss für eine enge, langfristige Zusammenarbeit im Rahmen gemeinsamer Forschungsvorhaben. Die Fakultät VII ‚Life Sciences: Food, Nutrition and Health‘ in Kulmbach nehme ebenfalls immer mehr Gestalt an. Derzeit, so Leible, werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die ersten Professuren pünktlich zu besetzen. Die ersten Masterstudierenden können dann zum Wintersemester 2020/21 in Kulmbach starten. Das Bayerische Zentrum für Batterietechnik, der Bereich Entrepreneurship & Innovation und das Institut für Entrepreneurship und Innovation sowie der Medizincampus Oberfranken haben in diesem Jahr wichtige Hürden genommen.

„Die Entwicklungen im Jahr 2019 versprechen ein mindestens ebenso spannendes und erfolgreiches Jahr 2020“, resümierte Leible. Als bereits vorzumerkende Highlights für den 2020er Campuskalender nannte er den ‚DLD Campus‘ (28. Mai), die Veranstaltung ‚Wissen schafft Wirtschaft: Künstliche Intelligenz‘ (18. Juni) sowie das Sommerfest ‚UNIKAT‘ (18. Juli).

Leible dankte den Universitätsangehörigen für ihr großartiges Engagement: „Sie alle haben dazu beigetragen, dass unser Campus ein in Wissenschaft und Lehre leistungsstarker, weltoffener und internationaler Ort ist, an dem Toleranz und Vielfalt gelebt werden.“

Sascha Lobo

Festvortrag: Digitalisierung der Universitäten – und wie das Netz die Welt verändert

Sascha Lobo (*1975) arbeitet als Autor, Internet-Unternehmer und Vortragsredner rund um den Schwerpunkt Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Bevor Lobo seine kluge, kurzweilig und amüsant vorgetragene Festrede im gut gefüllten Audimax hielt, hatte er auf dem Campus bereits ein ‚Meet and Greet‘ mit Studierenden sowie Interviews mit lokalen Medien absolviert. Der „Gegenwartskundler“ Sascha Lobo, so vom Universitätspräsidenten angekündigt, eroberte schnell die Zuhörerschaft, indem er ohne Umschweife seine wichtigsten Gemeinsamkeiten mit der Universität Bayreuth erläuterte: Mit 44 Jahren sei er genauso alt wie die Universität Bayreuth, und das Universitäre kenne er auch sehr genau, immerhin habe er 38 Hochschulsemester – fünf Fächer an vier Unis – für ein Diplom in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation gebraucht…

Lobo schlug in seinem Vortrag, wo er Universitäres mit Digitalem verwob, einen weiten Bogen vom „Stolperstein Google Translate“ über die YouTube University, wo es sogar Diplome und T-Shirts gäbe, bis zu Donald Trump, an dessen Kommunikationspolitik er erläuterte, wie soziale Medien funktionierten. Auch „die nationale Erschütterung der politischen Landschaft in Deutschland“, die das Anti-CDU-Video des Bloggers Rezo ausgelöst hatte, beleuchtete der Festredner: Mit seinem Video, so Lobo, habe Rezo eigentlich eine moderne Vorlesung gehalten und das Internet für seine jungen Follower zur Bibliothek gemacht. Auch Alexa und Co. fanden Eingang in den Vortrag: „Auch Leute, die früher gegen die Volkszählung auf die Straße gegangen sind, holen sich heute Alexa ins Wohnzimmer.“ Kinder, die mit Alexa und Co. aufwüchsen, betrachteten einer Studie zufolge Alexa als (digitales) Familienmitglied. Schlussendlich ‚zerlegte‘ Lobo die digitale Infrastruktur Deutschlands, die seit 37 Jahren stillstehe: „Die Relevanz der Digitalisierung wird hierzulande verkannt.“ Deutschland lande im weltweiten Glasfaser-Ranking irgendwo an vorletzter Stelle, gleichauf mit Angola. Noch vor einem Jahr sagte die Bundesbildungsministerin: „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“. Daraus schlussfolgerte Lobo unter herzlichem Beifall: „Für den Erfolg der Zukunft kommt es auf Bayreuth an und nicht auf Berlin.“

Lobo lieferte ein Thesen-Feuerwerk ab, wie bspw.

  • „Universitäten sind soziale Medien, in denen die Zukunft hergestellt wird.“
  • „Universität als soziales Erkenntnisprinzip.“
  • „Statt der Digitalisierung der Universitäten sollte das Digitale ‚universitiert‘ werden!“
  • „Künstliche Intelligenz ist lernende Mustererkennung auf Speed.“

    Und schloss mit der Botschaft: „Wir brauchen Universität als Welthaltung!“
Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef im Wissenschaftsministerium

Aus dem Grußwort von Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef im Wissenschaftsministerium

„Es ist mir eine große Freude, dieser ausgezeichneten Hochschule zum 44. Geburtstag gratulieren zu dürfen“, so Dr. Rolf-Dieter Jungk in seinem Grußwort. Der Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ergänzte: „Die Universität Bayreuth beschreitet kraftvoll den erfolgreichen Weg, den sie vor genau einem halben Jahrhundert mit der Initiative zu ihrer Gründung eingeschlagen hat.“ Der Freistaat Bayern habe diesen Werdegang, so Jungk, stets mit Überzeugung und großem Engagement unterstützt und werde der Universität Bayreuth auch in Zukunft ein verlässlicher Partner sein. Als Beispiele der Förderung durch den Freistaat nannte Jungk u.a. die Gründung der Fakultät für Lebenswissenschaften am Campus in Kulmbach, das Bayerische Zentrum für Batterietechnik sowie das neue ‘Forschungszentrum Gesellschaft, Technik und Ökologie in Afrika‘, dessen Neubaukosten der Freistaat hälftig mit dem Bund trage.

Paul Neumaier, Vorsitzender des Studierendenparlaments

Aus dem Grußwort von Paul Neumaier, Vorsitzender des Studierendenparlaments

Paul Neumaier, Vorsitzender des Studierendenparlaments und somit Vertreter der rund 13.350 Studierenden am Campus, sprach über die Anforderungen der heutigen Zeit und insbesondere die der ‚Klimakrise‘: „Dass die Thematik auch in der Studierendenschaft einen Nerv getroffen hat, zeigt die Abstimmung im Juli dieses Jahres (Anm. d. Red.: ‚Versammlung Bayreuther Studierender zur Klimakrise – mit Harald Lesch‘ am 22. Juli 2019 im Audimax), bei der sich gut 83 Prozent der über 1.000 anwesenden Studierenden dafür aussprachen, Forderungen nach mehr Verantwortung in Klimafragen auszuarbeiten und an die Hochschulleitung heranzutragen.“ Durch Studierende mitgegründete Initiativen zeigten verstärkt, wie sehr das Thema ‚Klimakrise‘ der Studierendenschaft am Herzen liege. „Unsere Universität ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Gestaltens. Wir haben nicht nur die Möglichkeit, Wissen zu produzieren, sondern daraus auch Handlungen abzuleiten und selbst aktiv eine Welt – oder zumindest einen Campus – von morgen mitzugestalten.“

Preisträger der Universitätsmedaille: Albert Hubert und Rudi Jung mit Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible

Verleihung der Universitätsmedaille an Albert Hubert und Rudolf (Rudi) Jung

Einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Verleihung der Universitätsmedaille 2019 gleich an zwei Persönlichkeiten: an Albert Hubert, der als Dirigent das musikalische Rückgrat des (sich durch die natürliche Fluktuation der Musikerinnen und Musiker ständig erneuernden) Universitätsorchesters ist, und an Rudolf (Rudi) Jung, der durch seine Beständigkeit und sein Engagement für andere den Charakter des Glashauses als ein Ort des Austausches maßgeblich geprägt hat. Mit der Verleihung der Universitätsmedaille wird das dauerhafte und verbindliche Engagement dieser beiden Persönlichkeiten für die Universität Bayreuth gewürdigt.

Die große Leidenschaft von Albert Hubert gilt der Orchestermusik. Entsprechend engagiert leitet er das Sinfonieorchester der Universität Bayreuth seit 2003.In der Laudatio heißt es: „Jedes Semester auf’s Neue formt er als zuverlässige Konstante aus der vielfältigen Gruppe der Musizierenden einen spezifischen, eigenen Klangkörper, der die Universität nach Außen repräsentiert. Durch sein Können und sein Engagement gelingt es ihm, die sich stetig wandelnde Besetzung zu einer harmonischen Einheit zu entwickeln und bei jedem Auftritt zu Spitzenleistungen zu motivieren.“ Unter seiner Leitung habe sich das Sinfonieorchester als fester und wichtiger kultureller Bestandteil der Universität und der Stadt Bayreuth etabliert. Durch seine Beharrlichkeit, Ausdauer, Zuverlässigkeit, Konstanz und nicht zuletzt durch seine musikalischen Fähigkeiten ermögliche Hubert den durchgängigen Orchesterbetrieb auf hohem Niveau und trage somit dazu bei, „dass auch die Stimme der Universität Bayreuth im Bereich der klassischen Musik in Bayreuth hörbar ist.“

Rudolf (Rudi) Jung unterstützt seit 2005 einen wichtigen Bestandteil des Campuslebens: das Glashaus. Ehrenamtlich organisiert vom Glashaus e.V. bietet es Kultur auf dem Unicampus – auch für den kleinen Geldbeutel. „Rudi Jung“, heißt es in der Laudatio, „bringt sich mit seiner technischen Expertise ein und ermöglicht somit den reibungslosen Betrieb des Campus-Cafés und musikalischen (Sub-)Kulturzentrums der Universität Bayreuth.“ In puncto ehrenamtliches Engagement fungiere Rudi Jung als Vorbild für die Gäste und Mitwirkenden des Glashauses. Durch sein Engagement ermögliche er, dass das Glashaus mehr ist als ein Studierendencafé. „Nicht zuletzt durch seine Beständigkeit und Ausdauer ist das Glashaus ein Inkubator, ein Ort, an dem Ideen geboren und ausgetauscht werden. Gleichzeitig ist es ein Ort studentischer Freiheit; ein Ort, an dem lokale und internationale Netzwerke entstehen. Das Glashaus wirkt fakultätsübergreifend und -verbindend und steht somit symbolhaft für den Austausch und das Miteinander auf dem Campus der Universität Bayreuth.“

Bildergalerie: Impressionen der Akademischen Jahresfeier

Alle Fotos: Peter Kolb / Uni Bayreuth


Kontakt und Organisation:

Angela Danner
Leitung Corporate Identity
Stabsabteilung Presse, Marketing, Kommunikation – Corporate Identity
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5323
E-Mail: angela.danner@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/organisation/stabstellen/marketing-kommunikation



Redaktion:

Brigitte Kohlberg
Stv. Pressesprecherin – Hochschulkommunikation
Marketing Communications
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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