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EFRE-Fördergelder für die Innovationsinitiative GlasTAOO4.0

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 148/2019 vom 19. November 2019

Die Universität Bayreuth und die Technische Hochschule Deggendorf haben heute während eines Festakts in München einen Fördermittelbescheid über rund 592.000 Euro aus den Händen von Wissenschaftsminister Bernd Sibler erhalten. Die Gelder kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und sind für die gemeinsame Bayreuth-Deggendorf-Innovationsinitiative ‚GlasTAOO4.0: Nachhaltige Prozessketten und automatisierte Produktion mit Hilfe von künstlicher Intelligenz‘ bestimmt.


EFRE-Fördergelder für die Innovationsinitiative GlasTAOO4.0

Die Glas-Technologie-Allianz-Oberfranken-Ostbayern, kurz GlasTAOO, soll einen langfristigen und nachhaltigen Technologietransfer zwischen der oberfränkischen und ostbayerischen Glasindustrie auf der einen und der Universität Bayreuth sowie der Technischen Hochschule Deggendorf mit dem Technologie-Anwender-Zentrum Spiegelau (TAZ) auf der anderen Seite ermöglichen. Nachhaltige Anwendungsfelder für die Werkstofffamilie der Gläser und ressourcenschonende Produktionsprozesse stehen dabei ebenso im Fokus wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt 4.0. Dabei verfolgt das neue EFRE-Projekt GlasTAOO4.0 den Ansatz, die gesamten Wertschöpfungsketten rund um die Glasproduktion zu betrachten. Neben den Glasproduzenten werden auch deren (potentielle) Kunden und die gesamten Lieferketten mit abgedeckt.

Partner in der Innovationsinitiative GlasTAOO4.0

Etwa 13.000 der insgesamt 54.000 Arbeitsplätze der deutschen Glasindustrie sind in Bayern angesiedelt. Davon sind 7.000 Beschäftigte der Oberpfalz und Niederbayern durch die kleinen und mittleren Unternehmen (sog. KMUs) sowie Industrie-Partner in der Initiative GlasTAOO4.0 vertreten. Die Universität Bayreuth und die TH Deggendorf mit dem TAZ im niederbayerischen Spiegelau arbeiten bereits seit vielen Jahren mit Unternehmen der regionalen Glasindustrie zusammen mit dem Ziel, einen langfristigen und nachhaltigen Technologietransfer von Universität und Hochschule zur heimischen Glasindustrie zu sichern – und damit die zahlreichen Arbeitsplätze in der Region. Diese enge Kooperation von Universität, Technischer Hochschule und Glasindustrie hat Modellcharakter und war bereits die Basis für den Erfolg des EFRE-Projektes GlasTAOO, der Glas-Technologie-Allianz-Oberfranken-Ostbayern.

Aus GlasTAOO wird GlasTAOO4.0

„Das Thema Künstliche Intelligenz wird als neuer Schwerpunkt unser vorheriges EFRE-Projekt GlasTAOO erweitern und es zu GlasTAOO4.0 machen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Thorsten Gerdes, der an der Universität Bayreuth das Keylab Glastechnologie leitet und das Verbundprojekt GlasTAOO4.0 mit der TH Deggendorf und der Glasindustrie koordiniert. „Das menschliche Gehirn ist bei komplexen Industrieprozessen, wie sie beispielsweise in der Behälterglasindustrie stattfinden, oft nicht mehr in der Lage, die Vielzahl der Variablen zu erfassen, Zusammenhänge zu erkennen und aus der schon heute verfügbaren Flut von Messdaten die richtigen Schlussfolgerungen abzuleiten“, erläutert der Bayreuther Wissenschaftler. „Deshalb werden derzeit in verschiedenen Branchen vielversprechende Ansätze basierend auf Künstlicher Intelligenz entwickelt und geprüft.“ GlasTAOO4.0, so Gerdes, setze sich zum Ziel, diese neuen technischen Möglichkeiten auf die Glasindustrie der Förderregion zu übertragen.

Die wichtigsten Ziele für den Technologietransfer sind dabei

  • die Entwicklung neuer Anwendungsstrategien für Glasprodukte, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren, sowie     
  • identifizierte Optimierungspotenziale in der Glasproduktion visuell und möglichst leichtverständlich zu veranschaulichen. Zu diesem Zweck sollen bestehende Lean-Management-Ansätze aus dem Fertigungsbereich genutzt, erweitert und für die Glasindustrie angepasst werden.

Da der zunehmende Fachkräftemangel die Unternehmen im Verbund vor gewaltige Herausforderungen stellt, während die Mitarbeiter gleichzeitig die Sorge um den Abbau von Arbeitsplätzen umtreibt, ist eine mit den Beteiligten abgestimmte Qualifikationsstrategie zur Weiterbildung vorgesehen, um auf die neuen Anforderungen am Arbeitsplatz reagieren und Fachkräfte für die zukünftigen Aufgaben in der Glasindustrie gewinnen und ausbilden zu können. „Unser neues Projekt GlasTAOO4.0 soll schließlich auch über den Förderzeitraum hinaus dem guten, alten Werkstoff Glas und der in der Region seit Jahrhunderten verwurzelten Glasindustrie eine erfolgreiche Zukunft sichern – durch Innovation und Offenheit für den Wandel! Wir wollen, dass die Erkenntnisse von Universitäten und Hochschulen schnell bei den Firmen genutzt werden konnen“, fasst Gerdes die Ziele von GlasTAOO4.0 zusammen.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (M.) übergibt den EFRE-Förderbescheid für GlasTAOO4.0 an Prof. Dr. Christian Laforsch (r.) und Prof. Dr.-Ing. Thorsten Gerdes, der das Verbundprojekt mit der TH Deggendorf koordiniert.

Sieben bayerische Hochschulen aus Mittel- und Oberfranken sowie Ober- und Niederbayern

…haben heute am 19. November 2019 von Wissenschaftsminister Bernd Sibler während eines Festakts in München Fördermittelbescheide über insgesamt rund vier Millionen Euro erhalten.

Die Gelder kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und werden für innovative Projekte für mehr Technologietransfer eingesetzt. Empfänger der EFRE-Gelder sind die Universitäten in Bayreuth, Erlangen-Nürnberg und Passau, die Technischen Hochschulen in Deggendorf und Ingolstadt sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Ansbach und Hof.

Die Universität Bayreuth hat davon gemeinsam mit der Technischen Hochschule Deggendorf 592.000 Euro für die Innovationsinitiative Glas TAOO4.0 erhalten.


Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Gerdes
Leiter des Keylabs Glastechnologie
Lehrstuhl Keramische Werkstoffe
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Universität Bayreuth
Prof.-Rüdiger-Bormann-Straße 1
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-6504
E-Mail: glas@uni-bayreuth.de
www.glas.uni-bayreuth.de



Redaktion:

Brigitte Kohlberg
Stv. Pressesprecherin – Hochschulkommunikation
Marketing Communications
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: 0921 / 55-5357 oder -5324
E-Mail: pressestelle@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse
 

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