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Öffentliche Einladung: Physik-Nobelpreisträger Kostya Novoselov zu Gast an der Universität Bayreuth

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Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 141/2019 vom 07.11.2019

Professor Kostya Novoselov, Nobelpreisträger für Physik, hält am 14. November 2019 an der Universität Bayreuth die diesjährige Otto-Warburg-Vorlesung der Otto-Warburg-Chemie-Stiftung. Die Medien und die Öffentlichkeit sind herzlich willkommen! Thema seines Vortrags in englischer Sprache ist das gezielte Design neuartiger Materialien auf der Basis von Graphen. Für seine Forschungsarbeiten zu den ungewöhnlichen Eigenschaften dieser extrem dünnen Kohlenstoffschichten ist er 2010 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Veranstaltung: Öffentliche Otto-Warburg-Vorlesung der Otto-Warburg-Chemie-Stiftung
mit Prof. Dr. Kostya Novoselov, National University of Singapore / University of Manchester
Thema der Vorlesung: Materials by Design
Zeit: Donnerstag, 14. November 2019, 17.00 Uhr
Ort: Universität Bayreuth, Gebäude NW 1, Hörsaal H14

Die Otto-Warburg-Vorlesung an der Universität Bayreuth ist eine Auszeichnung, die im jährlichen Turnus von der Otto-Warburg-Stiftung an herausragende Forscherpersönlichkeiten vergeben wird. So wurden beispielsweise 2011 der Chemie-Nobelpreisträger Roald Hoffmann und 2014 der Physik-Nobelpreisträger Daniel Shechtman in Bayreuth geehrt.

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Ein Design-Baukasten für neue Materialien auf der Basis von Graphen

Graphen ist ein zweidimensionales Material: Es besteht aus Kohlenstoffatomen, die eine Fläche von regelmäßig angeordneten, aus jeweils sechs Atomen bestehenden Waben bilden. Erst seit den Forschungsarbeiten von Kostya Novoselov weiß man, dass solche zweidimensionalen Kristalle vereinzelt existieren können und nicht notwendigerweise zu dreidimensionalen Strukturen übereinander geschichtet sein müssen. Sie sind beispielsweise im Bleistiftstaub enthalten, der auf beschriebenem Papier zurückbleibt. Wegen seiner sehr ungewöhnlichen Eigenschaften und seiner breiten chemischen Modifizierbarkeit ist Graphen ein hochinteressantes Material für elektronische Anwendungen.

In seinem Vortrag wird der Nobelpreisträger nun zeigen, dass Graphen ein einzigartiges Modell für das Design völlig neuer Materialien darstellt. Denn neben dem Graphen gibt es noch viele andere zweidimensionale Materialien, die aus anderen Elementen aufgebaut sind. Diese lassen sich dadurch gewinnen, dass man sie – nach dem Vorbild des Graphens – aus dreidimensionalen, schichtförmig aufgebauten Kristallen herauslöst. Man kann sie aber auch neu aufbauen, indem Graphen als Raster fungiert und der darin enthaltenen Kohlenstoff schrittweise durch andere chemische Elemente ausgetauscht wird. Auf diese Weise entsteht ein faszinierender Baukasten zweidimensionaler Materialien mit höchst unterschiedlichen Eigenschaften. So können beispielsweise ihre Leitfähigkeit oder Härte extrem unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die Vielfalt der Materialeigenschaften und ihrer Kombinationen lässt sich buchstäblich potenzieren, indem die zweidimensionalen Schichten wieder zu neu zusammengesetzten Stapeln zusammengefügt werden. Hier bietet sich ein unendliches Feld möglicher Kombinationen. Für die Wissenschaft ist das Design solcher Strukturen äußerst interessant, weil sie zur Untersuchung physikalischer Phänomene genutzt werden können, die bisher noch nicht zureichend verstanden sind – wie etwa das als „Hofstadters Schmetterling“ bezeichnete Energiespektrum von Elektronen. Vor allem aber erlaubt dieser „Baukasten“ die gezielte Herstellung neuer High-Tech-Materialien, die aufgrund ihrer Eigenschaftskombinationen für technologische Innovationen optimal geeignet sind.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Josef Breu
Lehrstuhl Anorganische Chemie I
Universität Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-2530
E-Mail: josef.breu@uni-bayreuth.de


Redaktion:

Christian Wißler
Stabsabteilung Presse, Marketing und Kommunikation
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / ZUV
95447 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-5356
E-Mail: christian.wissler@uni-bayreuth.de

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